Das Phänomen Angst

Jeder Mensch hat Angst, als sinnvolle biologische Reaktion gehört sie zur genetischen Grundausstattung des Menschen. Sie mobilisiert Kräfte und sorgt für eine schnelle, quasi reflexartige Fähigkeit, auf lebensbedrohliche Situationen richtig reagieren zu können.

Es gibt aber auch Angst, die einen nicht loslässt, die nachts wachhält und die Gedanken nicht zur Ruhe kommen lässt. Wer solche Ängste hat, ist nicht alleine – über sieben Millionen Deutsche haben Angst. Tendenz steigend. Man schätzt, dass mindestens 15 bis 25 Prozent aller Menschen wenigstens einmal in ihrem Leben von einer Phase solcher Ängste und Unruhegefühle betroffen sind. Angststörungen gehören mittlerweile zu den häufigsten psychischen Erkrankungen überhaupt. Sie betreffen Menschen jeder Altersgruppe und sozialer Herkunft und finden sich bei Frauen doppelt so häufig wie bei Männern.

Was macht den Menschen heutzutage solche Angst?

Auf der Suche nach der Ursache stehen nicht etwa lebensbedrohliche globale Krisen oder Atomkatastrophen, Finanzkrise oder seuchenartige Infektionen, sondern vielmehr die eigene und familiäre wirtschaftliche Perspektive im Zentrum der Ängste: Angst vor Arbeitsplatzverlust, Krankheit, Alleinsein oder Verlust der Partnerschaft.