Das Phänomen Angst

Jeder Mensch hat Angst. Als sinnvolle biologische Reaktion gehört sie zur genetischen Grundausstattung des Menschen. Sie mobilisiert Kräfte und sorgt für eine schnelle, quasi reflexartige Fähigkeit, auf lebensbedrohliche Situationen richtig reagieren zu können.

Es gibt aber auch Angst, die einen nicht loslässt, die nachts wachhält und die Gedanken nicht zur Ruhe kommen lässt. Wer solche Ängste hat, ist nicht alleine – über sieben Millionen Deutsche haben Angst. Tendenz steigend. Man weiß, dass 14 bis 29 Prozent aller Menschen einmal in ihrem Leben von einer Phase mit Unruhe und Angstgefühlen betroffen sind (Quelle: deutsche S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen 2014). Angststörungen zählen mittlerweile zu den häufigsten psychischen Erkrankungen überhaupt. Sie betreffen Menschen jeder Altersgruppe und sozialen Herkunft und finden sich bei Frauen doppelt so häufig wie bei Männern.

Was macht den Menschen heutzutage solche Angst?

Auf der Suche nach der Ursache stehen nicht etwa lebensbedrohliche globale Krisen, Atomkatastrophen, Finanzkrisen oder seuchenartige Infektionen, sondern vielmehr die eigene und familiäre Perspektive im Zentrum der Angstgefühle: Angst vor Arbeitsplatzverlust, Krankheit, Einsamkeit oder Verlust der Partnerschaft oder gar der Selbstbestimmung.